Khmer concrete

Institut of technolgy, Phnom Penh, Leroy & Mondet 1968

Institut of technolgy, Phnom Penh, Leroy & Mondet 1968

Nach der Unabhängigkeit Kambodschas im Jahr 1953 entwickelte sich ein eigenständiges kulturelles Selbstverständnis und eine virulente Kunstszene.

Wichtigster Architekt dieser Zeit ist Vann Molyvann. Nach seinem Studium in Paris kehrte er nach Kambodscha zurück. Schon als junger Architekt erhielt er wichtige Aufträge für öffentliche Bauten und begann, die Formensprache der Moderne mit traditionellen Khmer Elementen zu verbinden. Sein wichtigster Baustoff wird Stahlbeton, ergänzt durch traditionelle Materialien und Konstruktionen.

Ein abruptes Ende fand die Bewegung 1970 mit der Machtübernahme durch die Khmer Rouge. Der weitere Verlauf der Geschichte ist bekannt. Intellektuelle und Künstler wurden ermordet oder mussten wie Vann Molyvan ins Exil gehen. Ein Großteil der Gebäude jedoch überstand die Zeit der Khmer Rouge sowie die daran anschließende Phase der vietnamesischen Besetzung und Bürgerkriege.

Teilweise sind die Gebäude nun in einem schlechten Zustand. Der sich in der jüngsten Zeit entwickelnde Raubtierkapitalismus stellt eine erhebliche Gefahr für die Bauten dar. Fehlendes Verständnis für die eigene baukulturelle Geschichte und die Verlockung des schnellen Geldes führten bereits für einige Gebäude wie z.B. das National Theatre in Phnom Penh zum Abriss. Große Teile des Areals, auf dem sich der National Sportcomplex befindet wurden an Investoren veräußert. Auf diesem Gelände, direkt angrenzend an eines der wichtigsten Werke Vann Molyvanns wird nun ein businesspark errichtet. Der städtebauliche Zusammenhang ist damit zerstört. Ein wichtiger Bestandteil des Areals, nämlich große Wasserbecken die zur Regenzeit das Wasser sammeln und für das Mikroklima verantwortlich sind, waren wichtiger Entwurfsbestandteil und wurden ebenfalls durch diese Maßnahme vernichtet.

Ein weiteres Kapitel ist die „kambodschanische Riviera“ mit den Orten Sihanoukville und Kep Beach.

Kep Beach, 180 km südlich von Phnom Penh war in den 50er und 60er Jahren der Rückzugsort für Bürgertum und Intellektuelle. Es entstand eine Villensiedlung, deren Gebäude vom französisch geprägten Kolonialstil bis zur klassischen Moderne die gesamte zu der Zeit gängige Architektur versammelte. Anders als die Werke Vann Molyvanns wurden große Teile der Siedlung durch die Khmer Rouge zerstört. Die verbliebenen Reste verfallen, einige werden durch Einwohner des Ortes genutzt, andere durch Investoren zugunsten von Hotelneubauten abgebrochen.

Sihanoukville, ein unansehlicher, in den 50er Jahren neu geründeter Ort beherbergt einige wichtige Werke Van Molyvann’s: National Bank of Cambodia, Cambrew Brauerei (heute Calrlsberg) und eine der wenigen von den Khmer Rouge nicht zerstörten katholischen Kirchen.

Institut of technolgy, Phnom Penh, Leroy & Mondet 1968

Institut of technolgy, Phnom Penh, Leroy & Mondet 1968

housing complex, Phnom Penh

housing complex, Phnom Penh

cinema, Phnom Penh

National Sports Complex, Phnom Penh, Vann Molyvann 1964

National Sports Complex, Phnom Penh, Vann Molyvann 1964

National Sports Complex, Phnom Penh, Vann Molyvann 1964

National Sports Complex, Phnom Penh, Vann Molyvann 1964

Teacher training college, Phnom Penh, Vann Molyvann 1972

Teacher training college, Phnom Penh, Vann Molyvann 1972

Teacher training college, Phnom Penh, Vann Molyvann 1972

Teacher training college, Phnom Penh, Vann Molyvann 1972

Teacher training college, Phnom Penh, Vann Molyvann 1972

Stadium Kampot

Cinema, Kampot

Stadium, Kampot

Villa, Kep

Villa, Kep

Villa, Kep

Kep, Royal Summer residence, view from the kitchen window